Zerspanung von Aluminium

Aluminium-Frästeile: Materialwahl, Kostenoptimierung & CNC-Bearbeitung

Aluminium ist einer der meist verwendetsten Werkstoff in der Zerspanung, der in unterschiedlichsten Bauteile und Branchen eingesetzt wird. Seine Eigenschaften machen ihn für die Bearbeitung durch die Fräsmaschine ideal. Im Folgenden erfahren Sie mehr über das Thema Aluminium als Werkstoff für Bauteile und erhalten neun Tipps zum Fräsen und Verarbeiten von Aluminium.

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Frästeil aus Aluminium

Warum Aluminium-Frästeile in der modernen Fertigung dominieren


In der modernen industriellen Fertigung hat sich Aluminium als bevorzugtes Material für hochpräzise CNC-Frästeile etabliert. Von hochfesten Strukturbauteilen in der Luftfahrt über Robotik-Komponenten bis zu thermisch optimierten Kühlkörpern in der Elektronikindustrie – Aluminiumlegierungen bieten eine einzigartige Kombination aus Leichtbau, Zerspanbarkeit und funktionalen Eigenschaften.

Der entscheidende wirtschaftliche Vorteil liegt in der exzellenten Zerspanbarkeit: Während bei Stahl mit Schnittgeschwindigkeiten von vcv_cvc​ = 180-250 m/min gearbeitet wird, ermöglichen Aluminiumlegierungen vcv_cvc​ = 600-1.200 m/min – eine 3- bis 5-fache Steigerung. Dies reduziert die Maschinenlaufzeiten drastisch und senkt damit die Fertigungskosten pro Bauteil signifikant.

Bei CNC24 sind 67% aller gefertigten Frästeile aus Aluminium – Tendenz steigend. Diese Entwicklung basiert auf messbaren wirtschaftlichen und technischen Vorteilen:

Werkstoffvorteile von Aluminium-Frästeilen:

  • Hervorragendes Festigkeit-Gewicht-Verhältnis: Dichte 2,7 g/cm³ vs. 7,85 g/cm³ bei Stahl (65% Gewichtsersparnis)
  • Hohe thermische Leitfähigkeit: λ = 237 W/(m·K) – ideal für Wärmeableitung
  • Exzellente Zerspanbarkeit: Geringe Schnittkräfte, hohe Vorschubgeschwindigkeiten
  • Korrosionsbeständigkeit: Natürliche Al₂O₃-Schicht, optimierbar durch Eloxieren
  • Wirtschaftlichkeit: Trotz höherem Materialpreis oft 15-45% günstiger in der TCO
  • Vielseitige Oberflächenbehandlung: Eloxieren, Harteloxal, Pulverbeschichten

Ein konkretes Kalkulationsbeispiel:
Ein Flansch 150×150×30mm kostet aus EN AW-6082 etwa 49€ pro Stück (Material 7,62€ + Bearbeitung 34,83€ + Eloxieren 4,50€).
Das identische Bauteil aus Edelstahl 1.4301 schlägt mit ca. 155€ zu Buche, eine Differenz von 216%.
Der Grund: 3-fache Bearbeitungszeit und 60% höherer Werkzeugverschleiß bei Stahl.

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Die wichtigsten Aluminiumlegierungen für CNC-Frästeile


Die Wahl der richtigen Aluminiumlegierung beeinflusst nicht nur die Materialkosten, sondern auch Bearbeitungsstrategie, erzielbare Toleranzen und Bauteil-Performance. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die fünf wichtigsten Legierungen:

Legierung (EN AW)Chemische Bez.FestigkeitKostenZerspanbarkeitHauptanwendung
6082AlSi1MgMn310 MPa€€★★★★★Allgemeiner Maschinenbau, 90% aller Anwendungen
6061AlMg1SiCu310 MPa€€★★★★★US-Standard, identisch mit 6082
7075AlZnMgCu1,5572 MPa€€€€★★★★☆Aerospace, hochbelastete Bauteile
5083AlMg4,5Mn0,7317 MPa€€€★★★★☆Marine, Chemie-Anlagenbau, seewasserfest
2024AlCu4Mg1470 MPa€€€€€★★★★★Luft- und Raumfahrt (zertifiziert)

EN AW-6082: Die Standardlegierung für 90% aller Frästeile

EN AW-6082: Die Standardlegierung für 90% aller Frästeile

EN AW-6082 ist die meistverwendete Aluminiumlegierung in der europäischen Industrie. Mit 310 MPa Zugfestigkeit, hervorragender Zerspanbarkeit und einem Preis von 8,50-9,50€/kg bietet sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Legierung ist gut schweißbar, sehr gut eloxierbar und korrosionsbeständig.

Wann EN AW-6082 wählen:

  • Standardanwendungen im Maschinenbau (Gehäuse, Flansche, Adapter)
  • Wenn 310 MPa Festigkeit ausreichen
  • Kostenoptimierung prioritär ist
  • Eloxierung oder Schweißen geplant ist

Procurement-Tipp: Wenn der Konstrukteur eine teurere Legierung spezifiziert, lohnt sich die Nachfrage. In der Praxis sind oft 6082-Lösungen mit optimiertem Design günstiger als over-engineered 7075-Bauteile.

EN AW-7075: Wenn Höchstfestigkeit gefordert ist

Für anspruchsvolle Anwendungen mit Festigkeitsanforderungen über 500 MPa ist EN AW-7075 die erste Wahl. Die Legierung erreicht 572 MPa Zugfestigkeit bei nur geringfügig höherer Dichte (2,81 g/cm³). Der Preis liegt jedoch bei 18,50-20,50€/kg – ein Aufschlag von 120% gegenüber 6082.

Typische Anwendungen:

  • Luft- und Raumfahrt (Strukturbauteile)
  • Motorsport (Fahrwerkskomponenten)
  • Hochbelastete Werkzeuge und Vorrichtungen

Wichtig: 7075 ist schlecht schweißbar und hat nur mäßige Korrosionsbeständigkeit. Eine Beschichtung ist praktisch immer erforderlich.

EN AW-5083: Die Seewasserfeste

Für maritime Anwendungen oder aggressive chemische Umgebungen ist EN AW-5083 optimal. Die Legierung bietet exzellente Korrosionsbeständigkeit – selbst in Seewasser – und ist sehr gut schweißbar. Mit 12,50-13,50€/kg liegt sie preislich zwischen 6082 und 7075.

Im Schiffsbau, der Offshore-Industrie und im Chemie-Anlagenbau ist 5083 praktisch zum Standard geworden.

Aluminium Gusswerkstoffe

Wird Aluminium gegossen verarbeitet, dann geschieht dies am häufigsten in Verbindung mit Silizium. Diese Kombination macht die Verarbeitung äußerst einfach, gleichzeitig lässt sich eine hohe Festigkeit der Legierung erreichen. Mit dem Ziel, die Aluminiumgusslegierung noch weiter auszuhärten, hat sich Kupfer, Magnesium oder eine Kombination beider Stoffe bewährt. Zu beachten gilt hier allerdings, dass die ansonsten ideale Korrosionsbeständigkeit ein wenig darunter leiden kann.

Aluminium Knetwerkstoffe 

Zu den Knetwerkstoffen zählen zum einen das Reinaluminium, zum anderen lassen sich alle von Natur aus harten oder aushärtbaren Aluminiumlegierungen in diese Kategorie einordnen. Am häufigsten trifft man dabei auf die Typklassen AlZnMgCu, AlCuMg, AlZnMg und AlMgSi.

CNC24 – Beschaffung neu gedacht

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Qualitätssicherung

CNC-Bearbeitung: Prozesssicherheit auf höchstem Niveau

Die professionelle Aluminiumbearbeitung erfordert mehr als Standard-Zerspanungsparameter. Drei kritische Faktoren entscheiden über die erreichbare Präzision und Wirtschaftlichkeit:

1. Vermeidung von Aufbauschneiden durch optimierte Werkzeugtechnologie

Aluminium neigt dazu, am Fräser zu verschweißen und Aufbauschneiden zu bilden. Diese verschlechtern die Oberflächenqualität drastisch und führen zu Maßabweichungen. Die Lösung liegt in der Kombination aus hohen Schnittgeschwindigkeiten (vcv_cvc​ = 600-1.200 m/min) und spezifischen Werkzeugbeschichtungen.

Prozessparameter für defektfreie Oberflächen:

  • DLC-Beschichtungen (Diamond Like Carbon): Verhindern Adhäsion des Aluminiums am Werkzeug
  • AlTiN-Beschichtungen: Alternative bei höheren Schnitttemperaturen
  • Spanwinkel 10-15°: Aluminium-spezifische Werkzeuggeometrie reduziert Schnittkräfte
  • MMS (Minimal Mengenschmierung): Präzise dosierte Kühlschmierstoff-Zufuhr verhindert thermische Belastung

Professionelle Fertiger setzen auf polykristalline Diamant-Werkzeuge (PKD) bei Großserien – Standzeiten bis zu 50× höher als bei beschichteten Hartmetall-Fräsern.

2. Thermisches Management für IT7-Präzision und enger

Der Wärmeausdehnungskoeffizient von Aluminium (α = 23,1 × 10⁻⁶/K) ist doppelt so hoch wie bei Stahl. Bei einem 1.000mm langen Bauteil führt ein Temperaturunterschied von nur 20°C zu einer Längendifferenz von 0,46mm – kritisch für enge Toleranzen.

Anforderungen für IT7-Qualität:

  • Temperaturkonstanz ±2°C während gesamter Bearbeitung
  • Messungen im klimatisierten Messraum (20°C nach DIN EN ISO 1)
  • Temperierphase >2h bei Großteilen (>500mm)
  • Kompensation thermischer Ausdehnung in CNC-Steuerung

Bei kritischen Luft- und Raumfahrtbauteilen werden zusätzlich thermische FEM-Simulationen durchgeführt, um Verzug vorherzusagen und durch Bearbeitungsstrategie zu kompensieren.

3. Vibrationskontrolle durch Hochsteifigkeits-Maschinenkonzepte

Dünnwandige Aluminium-Strukturen (<2mm) sind anfällig für Rattermarken. Die Lösung liegt in der Kombination aus stabiler Maschinentechnik und intelligenten Bearbeitungsstrategien:

  • HSK-Spindeln (Hohlschaftkegel): 30% höhere Steifigkeit vs. SK-Aufnahmen
  • Massive Maschinenbetten aus Mineralguss: Dämpfung hochfrequenter Schwingungen
  • Hydraulische Dehnspannfutter: Formschlüssige Aufnahme ohne Verformung
  • 5-Achs-Simultanbearbeitung: Vermeidung von Umspannungen, optimale Werkzeugstellung
  • Adaptive Vorschubsteuerung: Automatische Anpassung bei kritischen Geometrien

CNC24 setzt ausschließlich auf Bearbeitungszentren mit HSK-Spindeln und erreicht dadurch auch bei dünnwandigen Strukturen reproduzierbar Ra 1,6 bis Ra 0,8.

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Kostenvergleich: Aluminium vs. Stahl im Detail

Die Frage „Ist Aluminium günstiger als Stahl?“ lässt sich nicht pauschal mit dem Materialpreis beantworten. Entscheidend sind die gesamten Beschaffungskosten, die Total Cost of Ownership (TCO).

Beispielrechnung: Flansch 150×150×30mm, 500 Stück

Szenario A: Aluminium EN AW-6082

Material: 0,9 kg × 8,50€ = 7,62€
Bearbeitung: 22 Min @ 95€/h = 34,83€
Werkzeuge: 1,20€
Eloxieren: 4,50€
Gesamt: 48,15€


Szenario B: Edelstahl 1.4301

Material: 2,7 kg × 6,50€ = 17,36€
Bearbeitung: 68 Min @ 110€/h = 124,67€
Werkzeuge: 8,50€
Passivierung: 3,20€
Gesamt: 153,73€

Ergebnis: Aluminium ist 219% günstiger – trotz höherem Materialpreis!

Die 5 Kostenfaktoren im Detail

1. Zerspangeschwindigkeit: 3-5× schneller → -68% Maschinenlaufzeit
2. Werkzeugverschleiß: 60-70% geringer → längere Standzeiten
3. Energiekosten: -40% durch geringere Schnittkräfte
4. Gewicht: -65% → niedrigere Logistikkosten
5. Oberflächenbehandlung: Eloxieren oft günstiger als Verzinken

Fazit: Bei typischen CNC-Frästeilen ist Aluminium 15-45% günstiger als Stahl. Die Ersparnis steigt mit Komplexität und Losgröße.deln und erreicht dadurch auch bei dünnwandigen Strukturen reproduzierbar Ra 1,6 bis Ra 0,8.

Was wir produzieren

Unsere Musterbauteile

Design-Optimierung für wirtschaftliche Aluminium-Frästeile

Wandstärken: Balance zwischen Gewicht und Prozesssicherheit

Zu dünne Wandstärken führen zu Vibrationen und Qualitätsproblemen. Empfohlene Mindestwandstärken nach Bauteilgröße:

BauteilgrößeTechnisches MinimumEmpfohlenBegründung
< 100mm0,8mm2-3mmUnter 0,8mm: Verformungsgefahr
100-300mm1,5mm3-4mmBalance Gewicht/Stabilität
300-600mm2,5mm4-6mmEigengewicht berücksichtigen
> 600mm4mm6-10mmRippen-Konstruktion erwägen

Praxisbeispiel: Gehäuse mit 0,6mm Wandstärke erreichte nur Ra 6,3 statt spezifizierte Ra 3,2 durch Vibrationen. Lösung: Wandstärke auf 1,8mm + Rippen-Design → Gewicht +8%, Kosten -23%, Qualität verbessert.

Innenradien wirtschaftlich auslegen

Faustregel: Innenradius ≥ halber Fräserdurchmesser (z.B. R3mm für Ø6mm Fräser)

RadiusRelative KostenWerkzeugwechselTypische Anwendung
R 0,5mm+18%Ja (Ø1mm Fräser)Nur wenn zwingend nötig
R 1-2mm+8%OftDichtflächen, Funktionskanten
R 3-5mmBaselineNeinStandard-Taschen

Kostenbeispiel: Bauteil mit 8 Taschen à R0,5mm → 8 Werkzeugwechsel für Ø1mm Fräser = 6 Min Nebenzeit. Bei R3mm: 1× Ø6mm Fräser für alle Taschen → Ersparnis 9,50€/Teil.

Toleranzen differenziert spezifizieren

Nur 5-10% aller Maße sind wirklich kritisch (Passflächen, Lagerbohrungen). Kostenimpact enger Toleranzen:

  • ISO 2768-m (±0,1-0,2mm): Baseline 100%
  • ±0,05mm: +15% (Passflächen H7/h6)
  • ±0,01mm: +35% (präzise Lager-Sitze)
  • ±0,005mm: +65% (Messtechnik)

Best Practice: Funktionsmaße mit engen Toleranzen versehen, Rest ISO 2768-m. Ersparnis: 5-8€ pro Teil bei typischen Maschinenbau-Komponenten.is steigt mit Komplexität und Losgröße.deln und erreicht dadurch auch bei dünnwandigen Strukturen reproduzierbar Ra 1,6 bis Ra 0,8.

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Oberflächenbehandlung und technisches Finishing

Die Wahl der Oberflächenbehandlung beeinflusst nicht nur Korrosionsschutz, sondern auch Verschleißfestigkeit, elektrische Eigenschaften und ästhetische Qualität. Die vier wichtigsten Verfahren im technischen Vergleich:

VerfahrenSchichtdickeHärteKostenLieferzeitHauptzweck
Eloxieren Typ II10-15µm200-350 HV+3-6€+3-5 ATStandard-Korrosionsschutz, Optik
Harteloxal Typ III50-80µm400-600 HV+10-18€+5-7 ATVerschleißschutz, Gleitflächen
Pulverbeschichtung60-120µm+5-9€+4-6 ATOutdoor, RAL-Farben
Chromatieren/Passivieren<1µm+2-4€+2-3 ATBasis-Schutz, elektrisch leitend

Eloxieren (Anodisieren): Elektrochemische Oxidation

Typ II – Dekoratives und technisches Eloxieren

Beim Eloxieren wird die natürliche Oxidschicht des Aluminiums elektrochemisch verstärkt. Die entstehende Schicht ist fest mit dem Grundwerkstoff verbunden (keine Beschichtung im klassischen Sinne) und weist eine poröse Struktur auf, die anschließend versiegelt wird.

Prozessparameter:

  • Elektrolyt: Schwefelsäure (H₂SO₄), 15-20%
  • Stromdichte: 1,2-1,8 A/dm²
  • Temperatur: 18-22°C
  • Behandlungsdauer: 30-60 Min (schichtdickenabhängig)

Vorteile für technische Anwendungen:

  • Sehr guter Korrosionsschutz (Salt Spray Test >500h)
  • Elektrische Isolation (Durchschlagsfestigkeit >1000 V)
  • FDA-konform für Lebensmittelkontakt
  • Verfügbare Farben: Natur (E6/EV1), Schwarz (E6/C0), Blau, Rot, Gold

Typ III – Hardcoating für Extrembelastung

Harteloxieren verwendet höhere Stromdichten (2,5-4,0 A/dm²) und niedrigere Temperaturen (-2 bis +5°C), wodurch deutlich dickere und härtere Schichten entstehen. Die Oberflächenhärte erreicht 400-600 HV – vergleichbar mit gehärtetem Werkzeugstahl.

Anwendungen:

  • Hydraulik-Kolben und Gleitflächen
  • Verschleißbeanspruchte Führungsschienen
  • Hochbelastete Werkzeugkomponenten

Die Farbe ist festgelegt auf Grau-Anthrazit; dekoratives Färben ist technisch nicht möglich.

Oberflächengüte durch mechanische Nachbehandlung

Glaskugelstrahlen
Erzeugt eine homogene, matte Oberfläche (Ra 1,0-1,6) und kaschiert Bearbeitungsspuren (Toolmarks). Zusätzlicher Effekt: Einbringung von Druckeigenspannungen erhöht die Dauerfestigkeit.

Schleifen und Polieren
Für optisch anspruchsvolle Bauteile oder Reinraum-Anwendungen:

  • Schleifen: Ra 0,8-1,6 mit definierten Schleiflinien
  • Hochglanzpolieren: Ra 0,1-0,4 (Spiegelfinish)

Hinweis: Polierte Flächen können nachträglich eloxiert werden, verlieren dabei aber etwas Hochglanz. Für dauerhaften Schutz dennoch empfehlenswert.

Passivieren (chromfrei nach SurTec 650)

Alternative zu Chromatierung (REACH-konform). Erzeugt dünne Konversionsschicht für Basis-Korrosionsschutz bei Erhalt der elektrischen Leitfähigkeit – wichtig für Erdungskontakte oder EMV-Anwendungen.

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Qualitätskriterien: Anbieter-Auswahl für Präzisionfrästeile

Technische Mindestanforderungen an professionelle Fertiger

Die Auswahl des richtigen Fertigungspartners entscheidet über Bauteilqualität und Termintreue. Folgende Kriterien sollten Einkäufer und Konstrukteure prüfen:

1. Zertifizierung und Qualitätsmanagement

  • ISO 9001:2015: Standardisierte Prozesse, Rückverfolgbarkeit, kontinuierliche Verbesserung
  • AS9102 (FAIR): Für Luft- und Raumfahrtbauteile zwingend erforderlich
  • IATF 16949: Bei Automotive-Anwendungen
  • Materialzertifikate 3.1 nach EN 10204: Dokumentierte Chargenverfolgung

2. Maschinenpark und Prozesstechnologie

  • 5-Achs-Simultanbearbeitung: Komplexe Geometrien in einer Aufspannung → höhere Präzision
  • HSK-Werkzeugaufnahmen: Notwendig für vibrationskritische Bauteile
  • Maschinenbett-Konstruktion: Mineralguss oder Polymer-Beton für optimale Dämpfung
  • Spindelleistung: Mindestens 15 kW für wirtschaftliche Hochgeschwindigkeitsbearbeitung

3. Messtechnik für reproduzierbare Präzision

  • Koordinatenmessgerät (KMG): Für IT7 und enger unverzichtbar
  • Klimatisierter Messraum: 20°C ±1°C nach DIN EN ISO 1
  • Optische Messsysteme: Für filigrane Geometrien und Freiformflächen
  • Oberflächenmessgeräte: Ra-Werte dokumentiert, nicht geschätzt

4. Oberflächentechnik In-House

  • Eigene Eloxier-Anlage: Lieferzeitverkürzung um 3-5 Tage
  • Qualitätskontrolle der Schichtdicke: Wirbelstrom- oder Röntgenfluoreszenz-Messung
  • Prozessstabilität: Temperatur-, pH-Wert- und Stromdichte-Überwachung

5. Materialexpertise und Engineering-Support

  • Beratung bei Legierungsauswahl: T6 vs. T651 Zustandsbezeichnung
  • DFM-Service (Design for Manufacturing): Konstruktionsoptimierung vor Angebotsstellung
  • Toleranzanalyse: Machbarkeitsbewertung kritischer Maßketten

Typische Qualitätsprobleme und deren Vermeidung

Grat-Bildung an Außenkanten
Aluminium, besonders EN AW-6082, neigt zur Gratbildung. Professionelles Entgraten (manuell oder durch Gleitschleifen mit Keramik-Chips) sollte Standard sein. Bei CNC24 ist Entgraten in der Standardkalkulation enthalten.

Fleckige Oberfläche nach Eloxieren
Ursache sind meist Bearbeitungsspuren oder inhomogene Vorbehandlung. Seriöse Fertiger führen bei optisch kritischen Flächen ein Vor-Schleifen mit definierter Körnung durch.

Maßabweichungen bei Großteilen
Thermische Ausdehnung ist die Hauptursache. Qualitätsbewusste Anbieter temperieren Bauteile >500mm für mindestens 2 Stunden vor der Messung und dokumentieren die Messtemperatur im Prüfprotokoll.

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FAQ

Häufig gestellte Fragen zu Aluminium-Frästeilen

Welche Aluminiumlegierung für Maschinenbau-Frästeile?

EN AW-6082 (AlSi1MgMn) bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis (8,50-9,50€/kg) und ist für 90% der Anwendungen ausreichend. Nur bei Festigkeitsanforderungen >500 MPa ist EN AW-7075 nötig.

Ist Aluminium günstiger als Stahl beim Fräsen?

Ja. Trotz höherem Materialpreis ist Aluminium bei typischen CNC-Frästeilen 15-45% günstiger durch 3-5× schnellere Bearbeitung, 60% geringeren Werkzeugverschleiß und niedrigere Energiekosten.

Welche Toleranzen sind bei Aluminium-Frästeilen erreichbar?

IT7 ist Standard bei professionellen Fertigern. IT6 ist bei kritischen Maßen möglich. Wichtig: Thermisches Management – bei Großteilen >500mm sind 2h Temperierphase vor Messung erforderlich.

Kann man Aluminium-Frästeile schweißen?

EN AW-6082, 6061 und 5083 sind gut schweißbar. EN AW-7075 und 2024 nur eingeschränkt (Rissbildung, Festigkeitsverlust in Wärmeeinflusszone). Alternative: Verschrauben mit Helicoil-Gewinden.

Wie lange dauert Eloxieren von Aluminium und was kostet es?

Standard-Eloxieren (Typ II): 3-5 Arbeitstage, Kosten 3-6€ pro Teil. Harteloxal (Typ III): 5-7 Arbeitstage, Kosten 10-18€. In-House Eloxierung verkürzt Lieferzeit um 3-5 Tage.

Haben Sie weitere Fragen

Fazit: Aluminium als Werkstoff der Wahl für moderne CNC-Fertigung

Aluminium-Frästeile vereinen Leichtbau, Präzisionsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit in einem Material. Die richtige Legierungswahl – in 90% der Fälle EN AW-6082 (AlSi1MgMn) – kombiniert mit prozesssicherer CNC-Bearbeitung und optimaler Oberflächenbehandlung ermöglicht Kostenreduktionen von 15-45% gegenüber Stahl bei gleichzeitiger Gewichtsersparnis von 65%.

Entscheidungsmatrix für die Materialwahl:

Aluminium ist die optimale Wahl wenn:

  • Festigkeitsanforderungen ≤ 310 MPa (EN AW-6082) bzw. ≤ 572 MPa (EN AW-7075)
  • Gewichtsreduktion kritisch ist (mobile Anwendungen, Energieeffizienz)
  • Schnelle Durchlaufzeiten gefordert sind (3-5× kürzere Bearbeitungszeit)
  • Thermische Leitfähigkeit erforderlich ist (λ = 237 W/(m·K))
  • Korrosionsbeständigkeit wichtig ist (mit Eloxierung)

Stahl/Edelstahl vorziehen wenn:

  • Sehr hohe Festigkeit nötig ist (>600 MPa dauerhaft)
  • Extreme Temperaturen auftreten (>200°C kontinuierlich)
  • Magnetische Eigenschaften erforderlich sind
  • Schweißarbeiten in hochkritischen Anwendungen

Konkrete Handlungsempfehlungen:

  1. Material-Audit durchführen: Prüfen Sie Stahl-Frästeile auf Aluminium-Potenzial
  2. Legierung hinterfragen: Ist 7075 wirklich nötig oder reicht optimierte 6082-Konstruktion?
  3. DFM-Review anfordern: Wandstärken, Radien, Toleranzen auf Fertigbarkeit prüfen
  4. TCO statt Stückpreis: Gesamtkosten inkl. Bearbeitung, Werkzeuge, Oberflächenbehandlung vergleichen
  5. Anbieter-Qualifikation: ISO 9001, HSK-Technologie, KMG-Messtechnik, In-House Eloxierung

Bei CNC24 bieten wir kostenfreie DFM-Analyse für alle Aluminium-Frästeile-Anfragen. Unsere Fertigungs-Ingenieure prüfen Ihre Konstruktionen auf Optimierungspotenzial und erstellen transparente Angebote – keine algorithmischen Sofortangebote mit 15-35% Sicherheitsmarge, sondern echte Fertigungs-Expertise aus unserem 500+ Fertiger-Netzwerk.

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